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MASCH - Marxistische Abendschule Hamburg. Forum für Politik und Kultur e.V. ||||

Aufhebung des Kapitalismus – die Ökonomie einer Übergangsgesellschaft


Die MASCH veranstaltet vom 15.-17. November 2o13 einen Kongress zum Thema „Aufhebung des Kapitalismus – die Ökonomie einer Übergangsgesellschaft“. In Vorbereitung dazu haben wir in lockerer Folge die untenstehenden Veranstaltungen zu dem Thema durchgeführt.

Das Programm der MASCH-Tagung 2013 ist nun online.



Stefan Meretz
Das Bilderverbot aufgeben, den Kapitalismus aufheben

Das »Bilderverbot« (Adorno) besagt, dass eine zukünftige Gesellschaft nicht a priori konzipiert werden könne, da jede Vorstellung normativ wirke und den Blick auf die wirklichen Widersprüche im realen Kapitalismus verstelle. Schließlich meinten auch Marx und Engels, Kommunismus sei »wirkliche Bewegung« und nicht ein »Ideal, wonach sich die Wirklichkeit zu richten« habe. Es ist an der Zeit, das »Bilderverbot« aufzugeben. Es steht der »wirklichen Bewegung« im Wege und behindert das Denken, da es faktisch die alte Aufhebungsvorstellung — Machtergreifung der Arbeiterklasse und Gestaltung der neuen Gesellschaft — zementiert. Mit dem Niedergang des Realsozialismus ist auch die traditionelle Transformationskonzeption als »Ideal, wonach sich die Wirklichkeit zu richten« habe, zu überwinden. Stattdessen zeigt eine Analyse der »wirklichen Bewegung« in Gestalt der commonsbasierten Peer-Produktion das keimförmige Entstehen einer neuen Produktionsweise, die das Potenzial hat, den Kapitalismus aufzuheben. Damit wird auch eine Freie Gesellschaft denkbar.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Der Vortrag kann unter http://wadk.de/2012/bilderaffirmation-und-bilderverbot/ nachgehört werden.

Referent: Dr. Stefan Meretz (Berlin)
Termin: Freitag, 23.11.2o12, 18.oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1, Pferdestall, 1. Stock, Raum 1o4


Ulf Brandenburg
Unmittelbare Vergesellschaftung?

Planwirtschaft am Beispiel der ersten 5-Jahres-Pläne in der UdSSR

Ab dem ersten Weltkrieg bildeten sich in den hoch entwickelten kapitalistischen Nationalstaaten Elemente einer gesamtgesellschaftlichen Steuerung heraus. Es entwickelte sich eine Debatte über die Planbarkeit des Kapitalismus.
Unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen wurde in der jungen UdSSR versucht, planmäßig eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Diese so genannte Planwirtschaft änderte ihre Formen im Lauf der Zeit. Wir wollen uns die Versuche während der Zeit der ersten Fünf-Jahres-Pläne (1928-1937) in der UdSSR ansehen.

In einer Diskussion könnte es z. B. um die Frage gehen, welche Voraussetzungen nötig sind, um die prinzipiellen Schranken, die eine gesellschaftliche Planung unter kapitalistischen Vorzeichen hat, zu überwinden.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Ulf Brandenburg (Hamburg)
Termin: Freitag, o8.o6.2o12, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o8


Martin Kersting
Sozialistische Architektur

„Mit dem Übergang der Produktionsmittel in Gemeineigentum hört die Einzelfamilie auf, wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft zu sein. Die Privathaushaltung verwandelt sich in eine gesellschaftliche Industrie. Die Pflege und Erziehung der Kinder wird öffentliche Angelegenheit; die Gesellschaft sorgt für alle Kinder gleichmäßig, seien es eheliche oder uneheliche.“ So die Skizze von Friedrich Engels zur Familie im Kommunismus. (Der Ursprung der Familie des Privateigentums und des Staats., MEW, Bd. 21, S. 77). Eine „gesellschaftliche Industrie“ hat sicher andere Ansprüche an seine Baulichkeiten als eine „Privathaushaltung“.
Deshalb hegten auch viele Architekten – sowjetische und solche aus dem kapitalistischen Ausland – große Hoffnungen, dass mit der Oktoberrevolution auch eine Revolution im Bauwesen stattfinden würde. 1930 ging der Frankfurter Stadtbaurat Ernst May nach Magnitogorsk, um dort die erste sozialistische Stadt zu errichten – und kehrte wie seine Kollegen Bruno Taut oder Hans Schmidt Mitte der dreißiger Jahre desillusioniert zurück.
Ab dieser Zeit setzte sich eine Repräsentationsarchitektur durch, welche als Zuckerbäckerstil bezeichnet wurde. Schon die Zeitgenossen hatten Probleme, hier ein spezifisch sozialistisches Element zu erkennen.

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Referent: Dr. Martin Kersting (Hamburg)
Termin: Freitag, 22.o6.2o12, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 1o8



Heinrich Harbach
Wirtschaft ohne Markt

Sozialistische Marktwirtschaft – gesellschaftliche Alternative oder ökonomische Sackgasse?

In seinem Buch geht es Heinrich Harbach darum, ökonomische und politische Alternativvorstellungen für einen Übergang zu einer sozialistischen Gesellschaft zu entwickeln. Wenn man eine Gesellschaftsstruktur, hier die kapitalistische Produktionsweise, als allgemeines, warenproduzierendes System theoretisch erfasst, dann ist dies ein organisches, sich entwickelndes Gesamtsystem, welches nicht in dieser Komplexität in die Welt gesetzt wird und auch nicht mit einem Schlag (sprich: Revolutionsakt) wieder verschwindet. Um es als System in den Griff zu bekommen, muss man es in seinen strukturellen Zusammenhängen darstellen, da nur so sich die Auflösungs- und Ablösungspunkte bestimmen lassen, die den Übergang zu einem neuen System der gesellschaftlichen Arbeit bilden.
Die Anhänger der sozialistischen Marktwirtschaft versuchen Teile des alten Systems, z. B. die Warenzirkulation, für ein angeblich neues System funktionabel zu machen. Die Warenzirkulation wird dann zum technischen Vermittlungsmedium und ihrer gesellschaftlichen Funktionen beraubt. Der Zusammenhang des Gesamtreproduktionsprozesses als Verwertungsprozeß des Werts wird hiermit negiert. Es gibt zwar vorkapitalistisch Warenzirkulation ohne Warenproduktion weil sich das System erst entwickelt und nur in partiellen Funktionen, bruchstückhaft existiert; dass geht aber nicht mehr in der Auflösungsphase dieses komplexen Systems. Mit der vollen Ausbildung des Systems der Warenproduktion müssen sich Warenzirkulation und Warenproduktion als Teil eines nur als Ganzes funktionierenden Gesellschaftskörpers verhalten und können daher nur - zumindest in Teilbereichen - komplett substituiert und durch einen neuen Zusammenhang ersetzt werden. Ist aber die Stellung der Wertformen völlig ungeklärt und theoretisch falsch eingeordnet, führt dies in der praktischen Umsetzung zwangsläufig zu Fehlentwicklungen und in der Folge in eine ökonomische Sackgasse.

Heinrich Harbach wird am Freitag in die Thematik seines Buches mit einem Vortrag einführen. Die anschließende Diskussion kann am Samstag in einem Workshop vertieft werden. Das Buch „Wirtschaft ohne Markt - Transformationsbedingungen für ein neues System der gesellschaftliche Arbeit“ ist im Dietz Verlag, Berlin, erschienen.

> Vortrag herunterladen

Eine Veranstaltung der MASCH-Hochschulgruppe.

Diskussionsveranstaltung
Referent: Heinrich Harbach (Berlin)
Termin: Freitag, o2.12.2o11, 18:oo Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 245

Workshop mit Heinrich Harbach
Termin: Samstag, o3.12.2o11, 1o-14 Uhr
Ort: Universität Hamburg, Allendeplatz 1 (Pferdestall), 1. Stock, Raum 245



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